Sprunggelenk, Fuß

Hygiene

 


Typische Verletzungsarten und Krankheitsbilder:

  • Knöchelbruch (Malleolusfraktur)
  • Umknicken (Supinationstrauma)
  • Sprunggelenksbruch (OSG-Fraktur, Pilonfraktur)
  • Sprungbeinbruch (Talusfraktur)
  • Fußwurzelbruch - einzelne oder mehrere Knochen (z.B. Kahnbeinfraktur)
  • Mittelfußbruch (Metatarsalfraktur)
  • Fersenbeinbruch (Calcaneusfraktur)
  • Zehenbruch (Digitalfraktur)
  • Verrenkungen (Luxationen)                                                                                     

Oft kommt es durch einfache Unfälle (wie z.B. das Umknicken) zu Verletzungen der Bänder und Knochen am Fuß und Sprunggelenk. Schwerere Traumen wie z.B. einen Sturz aus großer Hohe auf den Fuß oder eine Einklemmung des Fußes können komplexe Verletzungen hervorrufen. Hier kommt es zu Verletzungen der Weichteile (Haut mit Unterhaut, Sehnen, Bänder, Kapseln) und der Knochen. Meist kommt es im Bereich der Sehnen und Bänder zu Rissen welche je nach Lokalisation konservativ (mit Schienen oder im Gips) oder operativ behandelt werden sollten. Im Bereich der knöchernen Verletzungen zeigen sich oft Brüche (Frakturen) welche je nach Lokalisation und Dislokation (Verschiebung der Knochenfragmente) dementsprechend konservativ oder operativ behandelt werden sollten. Hier sollte jeweils eine individuelle Beratung und Abwägung erfolgen mit Analyse der Vor- und Nachteile der jeweiligen Behandlung.

Durch Distorsionen (Verdrehungen und Verrenkungen) am Fuß und Sprunggelenk kommt es zu Bandverletzungen. Hier können vollständige oder unvollständige Risse auftreten. Bei den Partialrupturen (unvollständige) oder Rupturen von einzelnen Bändern kann oftmals eine Schienen oder Gipsbehandlung für die Wiedererlangung der vollen Funktion ausreichend sein. Bei komplexen Rupturen oder bei Beteiligung von mehreren Bändern muss in manchen Fällen eine operative Therapie mit Bandnaht oder Bandrekonstruktion erwogen werden.

Häufig betreffen die Bandrupturen das obere Sprunggelenk, und hier besonders häufig die Außenbänder (3 Hauptbänder: LFTA, LFC, LFTP) oder die Syndesmose (Bandverbindung zwischen Schien- und Wadenbein). Bei den Sehneverletzungen führt die Ruptur der Achillessehne, zu der es meist beim plötzlichen Antritt beim Sport kommt. Auch bei anderen Sehnen am Fuß und Sprunggelenk (Peronäus, Tibialis) kann es zu (Partial-) Rupturen oder Luxationen (Fehllage der Sehne) kommen. Hier sollte bei grober Dislokation (Auseinanderweichen der Sehnen) eine operative Naht oder Rekonstruktion erwogen werden, um die volle Funktionsfähigkeit zu erhalten. Es werden in unserer Klinik sämtliche Verletzungen an Bändern und Sehnen am Unterschenkel und Fuß behandelt. Bei chronischer Instabilität z.B. im Sprunggelenk mit häufigem Umknicken kann eine Bandraffung oder Bandrekonstruktion in Erwägung gezogen werden, um wieder eine ausreichende Stabilität zu schaffen. Hier kommen je nach individuellen Befund und Instabilitätsgrad spezielle OP-Verfahren zur Anwendung

Bei Frakturen im Gelenkbereich kommt es oft zur Stufenbildung im Gelenk durch Dislokation von Knochen- und Knorpelfragmenten, so dass die Beweglichkeit und die Funktion des Gelenks gestört sind. Durch die nicht kongruenten Gelenkflächen kommt es zu einem erhöhten Verschleiß von Knorpel und Knochen und so zu einer vorzeitigen Arthrose mit Bewegungseinschränkung und Schmerzen. Daher sollte primär eine stufenfreie, anatomische Rekonstruktion des Gelenks durch einen operativen Eingriff stattfinden.   

Dies ist entscheidend für die spätere Funktionalität (Bewegungsausmaß) und die Schmerzfreiheit. Eine preoperative Diagnostik mit 3-dimensionaler Bildgebung (CT oder MRT) und rechnergestüzte Planung des Vorgehens sind die optimalen Grundlagen für die operative Rekonstruktion des Gelenkes. Bei schwierigen Verhältnissen wird dann noch während der Operation eine Bildgebung mit 3D Rekonstruktion durchgeführt um das Repositionsergebnis zu kontrollieren. Hierzu stehen in unserem OP ein moderner 3D-Bildwandler zur Verfügung.  Bei allen Frakturformen und sekundären Fehlstellungen werden die modernsten Methoden der Gelenkchirurgie angewandt, wenn möglich in minimalinvasiver Technik z.B. durch arthroskopische Operationen am Sprunggelenk. Es werden in unserer Klinik das gesamte Spektrum an Frakturen des Sprunggelenkes und des Fußes operativ oder konservativ versorgt. 

In manchen Fällen ist es nicht mehr möglich oder sinnvoll ein zerstörtes Gelenk zu rekonstruieren. Hier bietet sich die Möglichkeit eines künstlichen Gelenkersatzes als alternative zur Gelenkversteifung.  Oftmals ist zunächst die Durchführung einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) zur Beseitigung von Verschleißerscheinungen (Anbauten/Osteophyten, Verdickung der Kapsel) indiziert, um einen Ausgangsbefund zu erhalten und die weitere Therapie zu planen. Hier ist eine individuelle Beratung in unsere Sprechstunde jederzeit möglich.

 


Ihre Ansprechpartner    

PD Dr. med. Marc Hanschen
  Geschäftsführender Oberarzt


 

Wie erreichen Sie uns

Terminvereinbarungen sind für die Spezialsprechstunde „Untere Extremität“ am Mittwoch zwischen 8.30 und 12.30 Uhr unter der Telefonnummer 089/4140 - 7390 möglich.

Wo finden Sie uns

Die Sprechstundenräume befinden sich im Erdgeschoß im Gebäude Bau 501 und sind entsprechend ausgeschildert.

Was ist noch wichtig

Wir bitten sie uns zur Untersuchung bereits vorhandene radiologische Aufnahmen (Röntgen, CT, MRT) mitzubringen. Dies erleichtert uns die Arbeit und spart Ihnen Zeit, da unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden. Wir bemühen uns, Ihnen im Patientengespräch das Krankheitsbild oder auch die anstehende Operation ausführlich zu erklären und würden uns über Ihren Besuch bei uns freuen.