Wissen schafft Heilung.

 

Polytrauma

Schwere Unfälle ereignen sich zu jeder Zeit und an jedem Ort. In Deutschland werden jährlich etwa 35.000 Unfälle mit schwerverletzten, also polytraumatisierten Patienten gezählt.

Die Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie ist eine Klinik der maximalen Versorgungsstufe, und stellt als zertifiziertes, überregionales Traumazentrum die Akutversorgung von Schwerverletzten, sekundär zuverlegten Patienten aus anderen Kliniken sowie kritisch Kranker sicher.

Hierfür steht 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag ein Team von erfahrenen Unfallchirurgen, Anästhesisten, Viszeral- und Thoraxchirurgen, Neurochirurgen, Gefäßchirurgen und Radiologen zur Verfügung. Je nach Verletzungsmuster werden Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Hand- und Plastische Chirurgen, HNO-Ärzte, Augenärzte, Urologen oder Spezialisten anderer Fachgebiete in die Behandlung miteingebunden.

Unser Personal ist nach den Grundsätzen des Advanced Trauma Life Support (ATLS®) geschult. Die komplexe Behandlung von Schwerverletzten erfolgt hierbei nach einem speziellen Schockraumalgorithmus und wird in unserem Schockraumprotokoll dokumentiert (siehe unten). Der neuen S3–Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) wird somit Rechnung getragen.

Die Behandlungsdaten aller polytraumatisierten Patienten werden anonymisiert an das Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie weitergeleitet und unterliegen somit einem externen Qualitätsmanagement. Ferner werden alle 2 Monate ausgewählte Fälle in einem interdisziplinären Qualitätszirkel besprochen (internes Qualitätsmanagement).

Für die Versorgung von Schwerverletzten stehen neben dem Hubschrauberdachlandeplatz stets ein Schockraum, ein modernes 64-Zeilen CT, Interventionsräume, mehrere Operationssäle für Notfalleingriffe sowie Intensivtherapiebetten zur Verfügung.

Die Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie ist im Rahmen des Traumanetzwerkes München Oberbayern-Nord ein zertifiziertes, überregionales Traumazentrum und versorgt schwerverletzte/ polytraumatisierte Patienten, die mit dem Notarztwagen, dem Rettungshubschrauber oder dem Intensivtransporthubschrauber zu uns transportiert werden.

Die Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie des Klinikums rechts der Isar hat die Zulassung zur Teilnahme am Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) der gesetzlichen Unfallversicherung erhalten. Unfallverletzte mit schwersten Verletzungen, benötigen eine sofortige besondere unfallmedizinische Behandlung und müssen gemäß § 34 SGB VII in speziellen SAV-Kliniken behandelt bzw. vorgestellt werden. Die hohen personellen, apparativen und räumlichen Anforderungen zur Teilnahme am Schwerstverletzungsartenverfahren werden vom Klinikum rechts der Isar erfüllt. Die Patientenzuweisung richtet sich dabei nach dem Verletzungsartenverzeichnis. Hierin ist geregelt, welche Fälle ab dem 01.01.2014 dem Schwerstverletzungsartenverfahren zuzuordnen sind.

Hintergrund: Die stationären Heilverfahren in der gesetzlichen Unfallversicherung wurden zum 01.01.2013 neu strukturiert und sind nach einer Übergangsfrist ab dem 01.01.2014 dreistufig wie folgt gegliedert:

  1. Stationäres Durchgangsarztverfahren (DAV):
    Unfallverletzte, die einer stationären Behandlung bedürfen
  1. Verletzungsartenverfahren (VAV):
    Unfallverletzte mit bestimmten schweren Verletzungen
  1. Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV):
    Unfallverletzte mit schwersten Verletzungen